Durst nach Normalität

Ich denke, wir alle dürsten nach der Normalität, die es vor Corona gegeben hat. Für mich gilt das zumindest. Damit möchte ich nicht behaupten wollen, dass alles vorher gut war. Aber vorher war die Welt doch etwas weniger Kaputt als danach, vorher war sie zumindest erträglicher.

Corona hat in vielen Hinsichten entblößt, was ohnehin nicht stimmte, die Spaltung der Gesellschaft beschleunigt, müde Herzen entkräftet, Beziehungen zum Scheitern verurteilt. Und zusätzlich zu allem, was falsch lief, unheimlich viel Kummer bereitet. Die, denen es vorher schon suboptimal ging, waren und sind die, die am meisten Betroffen sind; wie Brandbeschleunigt wurden Probleme problematischer.

Viel Leid wurde bestärkt, ohne Rücksicht auf den Schaden, der dabei entsteht. Ich rede über psychisch Erkrankte, die nicht angemessen behandelt werden konnten oder auch körperlich erkrankte, die in diesen langen, schweren Monaten zu wenig Zärtlichkeit spüren durften. Ich rede über jeden, der durch das Thema Corona getriggert wird; wir haben alle unsere Gründe, und ich denke, dass die wenigsten das letzte Jahr schulterzuckend wegatmen. Ich rede auch über die, die um ihre Existenz kämpfen. Und auch über die, die ich, so Menschlich verfehlend, wie ich bin, nicht benenne, weil auch an mir sicher viel Schicksal vorbeiging.

Ich würde behaupten wollen, dass es vielen so geht, dass sie nach einer Coronafreien Welt dürsten; all den Schmutz hinter sich zu lassen; ein Herzenswunsch, der geträumt werden darf. Die Hoffnung auf ein „nach Corona“ ist zum Greifen nah. Wie auch immer diese Zeit aussehen wird.

Das Original ist auf dickerem A4-Papier und kann erworben werden. Gerne erstelle ich auch individuelle Illustrationen, schreiben Sie mich einfach an.

Viele murren auf: aber vor Corona war doch auch alles blöd…! Ja, das stimmt. Vieles lief auf vor Corona nicht gut. Aber dieses Gutmensch-Allesmusssofortbesserlaufen-Naive, das funktioniert nicht. Wenn wir es besser machen wollen, dann klappt das nur in kleinen Schritten.

Es ist ja so, dass wir die Welt nur dort beeinflussen können, wo wir wirken. Aber das reicht; es ist der Wirkungsradius, der für uns bestimmt ist. Und die Welt in unserem Wirkungskreis können wir nach Corona mit hochgekrempelten Ärmeln besser machen, als sie vorher war. Also, kramt schonmal eure Sinnbildliche Werkzeugkiste raus!

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