Tränenreiche Begleitung

Die Einhorncupcakes von letztem Jahr; mein erstes Mal mit Fondant.

Meine Tochter hatte Geburtstag. Als ich sie vor einem Monat gefragt habe, welche Torte sie sich wünscht habe ich nur ganz doll gehofft, dass sie sich nicht schon wieder irgendwas kunstfertiges wünscht wie Einhorncupcakes.

Doch sie hat die Augen weit aufgerissen und sich ganz entschlossen für meine sagenumwobene Tränentorte entschieden. Das erste Mal habe ich sie anfang Dezember 2019 gebacken und seitdem eigentlich bei jedem kleinen Event; es ist ein klasse Rezept was mir einfach jedes mal gelingt und es ist das einzige Käsekuchenrezept, was mir schmeckt, weil die Masse einfach eine traumhafte, cremige Konsistenz bekommt.

Nicht immer schön, aber immer lecker! Hier zum 30. Geburtstag meiner besten Freundin. Die Figuren sind von der Künstlerin Jana Merkens.

Ich habe diesen Kuchen zu Geburtstagen, Feiertagen, sogar zur Beerdigung meines Vaters gebacken. Ein mal habe ich ihn sogar verschenkt; und nun habe ich ihn wieder zu einem Geburtstag gebacken; den Tränenkuchen. So wie man Freudentränen als auch Tränen der Trauer haben kann passt dieser Kuchen einfach zu jeder Gelegenheit. Und weil dieses Rezept bisher wirklich jeden „Probanden“ positiv umgehauen hat und trotz tausendfachem Backen noch nicht aus den Ohren herausquillt möchte ich es nicht länger vorenthalten. Hier kommt der Link zum Tränentraum:

https://www.chefkoch.de/rezepte/1255131230975627/Traenenkuchen-der-beste-Kaesekuchen-der-Welt.html

Ich backe ihn meistens spät am Abend und lasse ihn im Backofen mit geöffneter Tür über Nacht abkühlen und stelle ihn dann am Morgen bis zum Verzehr kalt.

Deprimierende Feiertage

Tja, und dann muss ich mal erwähnen, dass besondere Tage wie der Geburtstag meiner Tochter mich momentan echt traurig stimmen. Es hat sich ergeben, dass wir wegen Verhinderung der Großeltern Väterlicherseits und wegen Corona (alle anderen üblichen Verdächtigen wurden lange vorher ausgeladen) nur zu viert feiern wollten. Und dann denke ich daran, dass meine Hündin und mein Vater auf diesem kleinen Freudenfest gefehlt hätten… das zieht runter. Und dann denke ich daran, dass meine Restfamilie mich ausgestoßen hat weil ich für die Maskenpflicht bin; das zieht auch mächtig runter.

Und dann kommt das Gedankenkarussell: Warum? Warum kann meine Restfamilie nicht so vernünftig sein und Coronameinung und Familienbande trennen? Irgendwann ist Corona nichts weiter als eine Böse Erinnerung. Aber dass meine Lieblingstante mich auf Whatsapp mit einem Fäkalausdruck verabschiedet und mich dann bis heute geblockt hat, das bleibt. Das werde ich ihr auch nicht verzeihen. Ja gut, als rechtschaffene Christin muss ich ihr diese Verletzung irgendwann verzeihen, aber ich bin dermaßen enttäuscht und verletzt; ich wünsche keinen Kontakt mehr zu ihr. Ich habe keine Kapazitäten für On-Off-Beziehungen. Wenn ich ihr nicht mehr als diese Reaktion wert bin, warum sollte ich mehr Energie investieren als ich sie ihr wert bin? Ja gut, jetzt muss ich mir wieder selbst ins Wort fallen: als rechtschaffene Christin hält man die zweite Wange hin und versucht Liebe zu sähen. Aber mal von Mensch zu Mensch: für dieses Jahr ist mein Saatgut schon fast aufgebraucht; ich werde den Rest besser auf fruchtbaren Boden aussähen als es an Menschen zu verschwenden, die es nicht wertschätzen.

Ich hab schon öfter gesagt: dieses Jahr sollte man sich nicht mit mir anlegen. Damit meine nicht nicht, dass man mir nicht widersprechen darf; das darf man. Man braucht auch keine Angst zu haben, sich mit mir zu streiten; rational zu streiten. Ich bin immer offen für eine rationale Diskussion; das wäre für mich nie ein Grund, einzuschnappen. Aber Verhalten wie obiges lasse ich dieses Jahr nicht auf mir sitzen. Ich hasse es momentan auch, wenn mir jemand fremdes zu nahe kommt. Früher gab es noch den Sozial angemessenen Abstand von einem Handschlag, heutzutage wird man von manch Fremden schon fast gekuschelt obwohl Abstand sogar gesetzlich vorgeschrieben ist! Ganz ehrlich aber nicht weinerlich gemeint: dieses Jahr hat mich gebrochen. Und in diesem Zustand WILL ich auch ohne Corona nicht, dass Fremde mir auf die Pelle rücken. Und wer es wagt, kriegt einen Anranzer. Man darf mich auch nicht foppen, schlechte Laune an mir ausleben oder mich Schikanieren. Da fällt mir ein, dass ich noch eine Beschwerde an die Stadt schreiben muss…🤔

Ich bete nur, dass jetzt wieder Frieden in meinem Leben einkehrt. Was ich jetzt brauche ist Beständigkeit und Routine und den ein oder anderen Anlass zur Freude. Und ich weiß, dass ich nicht das ärmste Würstchen der Welt bin. Das muss ich auch nicht sein um mich so zu fühlen. Ich habe gerade einen Tiefpunkt in meinen Leben hinter mir und bin entsprechend drauf.

Und dann kommt die Wendung

Und dann kommt das I-Tüpfelchen: am Morgen von Saras Geburtstag rief mich die Oma Mütterlicherseits (also meine Mutter) mit einer Hiobsbotschaft an und… tja, der Rest ist auf bitten meiner Mutter privat. Jedenfalls waren wir den ganzen Tag nur noch wegen ihr beschäftigt; sie konnte nichts dafür, die Sache war weitaus wichtiger als ein Geburtstag. (Geburtstage kann man nachholen) Und dann verbrachten wir den Abend nur noch zu dritt: Mama, Papa, Geburtstagskind.

Sara war trotzdem glücklich; und ich bin mächtig stolz auf sie; sie hat so extrem auf ihren Geburtstag hingefiebert und es ist so viel schief gegangen. Sie hat ihre Bedürfnisse hinten an gestellt und war dankbar für das, was wir noch so aus ihrem Geburtstag irgend gemacht haben. 🎈💖

Naja und ich hab was gelernt: Schlimmer geht immer! Ich hab vorher über die Situation geheult? Es ist spontan schlimmer geworden! Und es hätte noch schlimmer kommen können, ist es aber nicht! GOTT SEI DANK! 🙏

Nungut, genug geplaudert. Ich kann den Käsekuchen nur wärmstens Empfehlen; er ist wirklich so toll wie ich sage. 💖 Also lasst ihn euch schmecken. Ich bin dann mal weiter Pixeln 😋

Du findest mich hier:

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